Wetterphänomene in Kroatien – Winde

Segelboote an einem kroatischen Hafen © Vera Kailova - Fotolia.com

Segelboote an einem kroatischen Hafen © Vera Kailova – Fotolia.com

Das kroatische Klima wird aufgeteilt in drei verschiedene Zonen, die grundsätzlich durch warme Temperaturen im Sommer und nicht allzu hohe Niederschlagsraten gekennzeichnet sind. Eine nicht zu verachtende Wirkung auf die klimatischen Verhältnisse in Kroatien haben auch die Winde, die entlang der Küsten oder auch im Landesinneren dafür sorgen, dass entweder kalte oder warme Luft über das Land geblasen wird. Die drei charakteristischsten Winde, die in Kroatien die Temperaturen, das Wetter und das allgemeine Klima mitbestimmen, sind der Maestral, der Jugo und die Bura. Damit Urlauber diese Winde besser einschätzen und ihre Auswirkungen bei der Planung der nächsten Kroatien-Reise berücksichtigen können, wurden nachfolgend die wichtigsten Informationen zu diesen drei Winden zusammengetragen.

Der Maestral

Maestral ist im Grunde genommen die kroatische Bezeichnung für den allgemein bekannten Wind Mistral. Der Mistral ist ein Wind, der sich in unterschiedlichen Teilen Europas auf verschiedene Weise bemerkbar macht. Während der Mistral in Frankreich als relativ starker und zumeist kalter Fallwind auftritt, handelt es sich bei demselben Wetterphänomen in Kroatien um einen Seewind, der nur tagsüber weht und keineswegs kalt ist. Der Maestral ist grundsätzlich jeden Tag spürbar und sein Auftreten hängt mit der unterschiedlich schnellen Erwärmung von Land- und Wasserfläche zusammen. Vormittags zwischen neun und zehn Uhr setzt der Maestral für gewöhnlich ein und erreicht seinen Höhepunkt in der Regel gegen vierzehn Uhr am frühen Nachmittag. Das Ende des kroatischen Maestrals ist meist schon vor dem Sonnenuntergang vor achtzehn Uhr spürbar, wenn die See ruhiger wird. Der Maestral in Kroatien bringt meist schönes Wetter und warme Luft mit sich, wobei die drückende Schwüle, welche die hohen Temperaturen unweigerlich mit sich bringen, ein wenig gemildert wird. Häufig weht der Maestral in Kroatien nordwestlicher Richtung, was vor allen Dingen Wassersportler, die sich vor der kroatischen Adriaküste vergnügen wollen, bedenken sollten.

Als Gegenstück zum Maestral wird häufig der Burin bezeichnet, der sich vor allen Dingen in den Abend- und Nachtstunden bemerkbar macht und dann allerdings vom Land auf das Wasser hinaus weht. Der Burin ist jedoch wesentlich schwächer als der Maestral, sollte beispielsweise von Seglern aber durchaus in die Berechnungen ihrer Aktivitäten eingeplant werden.

Der Jugo

Jugo ist die kroatische Bezeichnung für den aus der Sahara stammenden und in Richtung Mittelmeer wehenden heißen Scirocco, der auch Kroatien auf seiner Route nicht ausspart. Der Scirocco entsteht durch die großen Temperaturunterschiede zwischen den kühleren Tiefdruckgebieten in Südeuropa und der um ein Vielfaches heißeren Luft in der Sahara. Der Scirocco bringt neben heißer Luft nicht selten auch jede Menge Sand oder feinen Sandstaub mit sich, was hin und wieder zu wahren Naturspektakeln führen kann, wenn sich der Himmel beispielsweise dunkelgelb oder hellbraun verfärbt.

In Kroatien kommt der Jugo aus südlicher Richtung und bringt nicht nur warme und feuchte Luft, sondern gleichsam auch die typischen Sandpartikel mit sich. Auch Regen kann in Zusammenhang mit dem Jugo häufig eine Rolle spielen, wobei dieser meist weniger kalt ist. Vor allen Dingen an der südlichen Adriaküste Kroatiens ist der Jugo in den Sommermonaten zu spüren, aber auch an nördlichen Küstenabschnitten kann er auftreten. Meist rauscht der Jugo nicht an einem einzigen Tag über die Küste hinweg, sondern baut sich im Laufe von mehreren Tagen auf. Aufgrund der vielen Sandpartikel, die der Jugo mit sich führt, erhält die Luft nicht selten einen nebligen Schleier.

Die Bura

Die Bura (in der Fachterminologie auch besser als Bora bekannt), ist vermutlich der bekannteste Wind, der entlang der kroatischen Adriaküste auftritt. Die Bura äußert sich als kalter und trockener Fallwind, der relativ plötzlich und dafür umso heftiger einsetzt. Der Himmel und auch das Barometer lassen in der Regel kaum bis gar keine Vorzeichen erkennen und die Bura schießt plötzlich wie aus dem Nichts über die Adriaküste hinweg. Vor allen Dingen für unerfahrene Segler, die aufgrund ihres ungeschulten Blicks noch nicht in der Lage sind, die wenigen Vorzeichen eindeutig interpretieren zu können, kann die Bura eine nicht zu verachtende Gefahr darstellen.

Ausblick auf die Adriaküste © rihas - Fotolia.com

Ausblick auf die Adriaküste © rihas – Fotolia.com

Die Entwicklung der Bura lässt sich auf abkühlende Luft in den Karstgebirgen zurückführen. Diese kalte Luft stürzt praktisch die Hänge hinunter und kann grundsätzlich in jeder Jahreszeit auftreten. Gerade in den Sommermonaten ist allerdings nicht nur das Auftreten, sondern auch die Dauer der Bura stark beschränkt. Meist dauert sie dann nicht länger als zwei Tage am Stück an, während sie in den Wintermonaten auch schon einmal bis zu zwei Wochen am Stück wüten kann. Generell tritt die Bura vermehrt an Nachmittagen auf, wobei auch ein vormittägliches Auftreten nicht ausgeschlossen ist. Die Bura kann Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern erreichen, hin und wieder aber auch nur die Form eines mittelstarken Windes annehmen. Am Golf von Triest, am Kvarner Golf, im Gebiet rund um Sibenik und bei Split lässt sich ein verstärktes Aufkommen der Bura feststellen.

Während die Bura an Land in erster Linie relativ glimpflich überstanden wird und allenfalls Bewohnern von Campingplätzen hin und wieder zu schaffen macht oder das eine oder andere kleinere Verkehrschaos hervorruft, kann es für Wassersportler, wie Segler oder Angler durchaus gefährlich werden. Sich während einer Bura ungeschützt auf See zu befinden. Aus diesen Grund ist es gerade für unerfahrene Segler überaus ratsam, sich vorab mit den Beschaffenheiten der kroatischen Winde und vor allen Dingen der Bura auseinanderzusetzen. Gerade die ersten Anzeichen, die zwar selten aber durchaus vorhanden sind, können, wenn sie frühzeitig erkannt werden, dabei helfen, unglückliche Ereignisse auf See zu umgehen. Zu diesen Anzeichen gehören beispielsweise sogenannte Wolkenwalzen oberhalb der Bergkuppen in Küstennähe. Sobald sich aus diesen Walzen sogenannte Wolkenfetzen lösen, stehen die Chancen für das Aufkommen einer Bura nicht schlecht. Zum Schutz der Bevölkerung werden in Kroatien übrigens Bura-Warnungen über das Radio versandt. So sollte es vielen Betroffenen durchaus möglich sein, rechtzeitig sämtliche Sicherheitsvorkehrungen zu ergreifen.