Klima und Wetter in Kroatien

See in Süddalmatien © PARMA photography - Fotolia.com

See in Süddalmatien © PARMA photography – Fotolia.com

Kroatien liegt an der adriatischen Mittelmeerküste und ist jährlich eines der beliebtesten Reiseziele innerhalb Europas. Wetter und Klima in dem Balkanstaat spielen dabei eine entscheidende Rolle. Doch wer nun denkt, dass es in Kroatien immer und überall heiß ist, der täuscht sich, denn aufgrund der besonderen Lage Kroatiens und den zahlreichen unterschiedlichen Landschaftsformen ergeben sich, klimatisch und wettertechnisch gesehen, zwischen den einzelnen Landesteilen nicht zu verachtende Unterschiede. Um Urlaubsplanungen zukünftig zu erleichtern und allen Kroatien-Interessierten dabei zu helfen, die für sich optimale Urlaubsregion ausfindig zu machen, haben wir nachfolgend ein paar wichtige Informationen zum Thema Klima und Wetter in Kroatien zusammengetragen. Selbstverständlich können diese Ausführungen keine genauen Wetterinformationen zu jedem Ort innerhalb Kroatiens liefern und auch die Entwicklung des Wetters in Kroatien seit Beginn der Wetteraufzeichnungen soll nicht im Detail besprochen werden. Wir versuchen vielmehr einen groben Überblick zu liefern, der als Informationsquelle und als kleine Entscheidungshilfe für den anstehenden Urlaub genutzt werden kann.

Die drei klimatischen Zonen Kroatiens

Aufgrund seiner besonderen Lage sowie der etwas außergewöhnlichen Form des Landes kann Kroatien generell in drei verschiedene klimatische Zonen eingeteilt werden:

  • die Adriaküste (Dalmatien)
  • Mittelkroatien (dinarisches Gebirge)
  • Nordkroatien (pannonische Tiefebene)

Das Klima an der Adriaküste ist für die meisten Urlauber genau das, worauf es bei einem Urlaub in Mittelmeerländern ankommt: Warm bis heiß, relativ trocken und mit wenig Niederschlag behaftet. Genau genommen herrscht an der Adriaküste Kroatiens ein sogenannte mediterranes Klima, das sich durch sonnige und trockene Sommer sowie regenreiche und warme Winter auszeichnet. Während die Temperaturen im Sommer durchaus auch einmal über die Marke von 35°C klettern können, sinken sie im Winter nur in den seltensten Fällen unter 5°C. Grund für dieses mediterrane Klima sind nicht nur verschiedene Winde, die wie etwa der Mistral warme Luft an die Küsten Kroatiens tragen, sondern auch die hohen Gebirge im kroatischen Osten, welche den kalten Nordwind das ganze Jahr über aufhalten und umleiten.

Der Norden Kroatiens wird durch das Klima der pannonischen Tiefebene mitbestimmt.

Das mittelkroatische Gebiet rund um das dinarische Gebirge ist von einem grundsätzlich anderen Klima geprägt. Anstelle von mediterranen Temperaturen herrscht dort ein sogenanntes Mittel- und Hochgebirgsklima, das sich in deutlich strengeren Wetterverhältnissen manifestiert. Die Sommer sind in den Gebieten rund um das dinarische Gebirge wesentlich kühler als an der Küste. Die Temperaturen klettern nur selten über die Marke von 25°C und im Winter sind Minusgrade keine Seltenheit, wobei die einzelnen Werte auch diesbezüglich dauerhaft kaum weiter als unter Minus 5°C fallen. Darüber hinaus ist das mittelkroatische Gebiet durch eine deutlich höhere Niederschlagsrate gekennzeichnet, wobei die stärksten Regenfälle in den Wintermonaten anzutreffen sind.

Der Norden Kroatiens wird durch das Klima der pannonischen Tiefebene mitbestimmt. Das dortige Klima wird als kontinentales Klima der gemäßigten Zone beschrieben und durch Eigenschaften gekennzeichnet, die viele Nordeuropäer mit relativ warm und trocken beschreiben würden. Vor allen Dingen in den Sommermonaten können die Temperaturen gehörig anziehen, während sie in den Wintermonaten drastisch fallen und es sogar zu Schneefall kommen kann. Hierdurch unterscheidet sich das Klima im nördlichen Teil Kroatiens deutlich von den beiden anderen klimatischen Zonen rund um das dinarische Gebirge und die Adriaküste. Dort ist vor allen Dingen Schneefall überaus selten, wobei er selbst im dinarischen Gebirge nur ab einer gewissen Anzahl von Höhenmetern vorkommt. Dafür lassen sich im Norden Kroatiens zusätzlich vermehrte Niederschlagszahlen feststellen, die vor allen Dingen im Sommer auftreten können.

Ein paar beispielhafte Temperaturen

Zur besseren Verdeutlichung der Auswirkungen dieser klimatischen Besonderheiten, haben wir nachfolgend zwei Beschreibungen zusammengestellt, die sich zum einen der klimatischen Besonderheiten einer Stadt an der kroatischen Adria, im mediterranen Klima, und zum anderen einer Stadt im Norden Kroatiens mit kontinentalem Klima widmen.

Split ist einer der bekanntesten Orte in der Region Dalmatien und liegt dementsprechend in der mediterranen Klimazone Kroatiens. Folglich ist Split auch vor allen Dingen durch ein trockenes und relativ heißes Klima gekennzeichnet. Im Juli und August können die höchsten Temperaturen bei knapp 30°C liegen, die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 19,3 °C. Die minimalen Temperaturen an den kältesten Tagen der Sommermonate sinken im Juli und August nicht unterhalb die Grenze von 21°C. Auch im Winter ist es mit Mindesttemperaturen von wenigstens 5°C und generellen Durchschnittstemperaturen von mehr als 10°C angenehm warm im Vergleich zu nord- und mitteleuropäischen Verhältnissen. Hinsichtlich der durchschnittlichen Niederschlagsmenge ist Split durch sehr geringe Zahlen gekennzeichnet. Im Juli können beispielsweise in der Regel nicht mehr als drei Regentage insgesamt festgestellt werden, die Niederschlagsmenge liegt bei rund 28mm. Von November bis Dezember ist die größte Niederschlagsmenge in Split zu verzeichnen, wobei auch dies bei den Messungen nur zu maximal 100mm pro Monat führt. Die Luftfeuchtigkeit liegt das ganze Jahr über oberhalb von 50 Prozent und kann in den Wintermonaten Werte von bis zu 68 Prozent annehmen.

Malerische Bucht an der kroatischen Adriaküste © Mirjan - Fotolia.com

Malerische Bucht an der kroatischen Adriaküste © Mirjan – Fotolia.com

Zagreb ist die Hauptstadt Kroatiens und gleichzeitig auch Regierungssitz. Die Stadt mit ihren knapp 800.000 Einwohnern liegt im Norden Kroatiens und ist damit klimatisch gesehen in das kontinentale Klima der gemäßigten Zone einzuordnen. Dementsprechend können vor allen Dingen in den Sommermonaten Juli und August hohe Temperaturen festgestellt werden, die Spitzenwerte von bis zu 26,7°C erreichen. Gleichzeitig sinkt das Thermometer in diesen Monaten nicht unter die Marke von 13°C. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt in Zagreb etwas mehr als 15°C, wobei die Temperaturen im Winter deutlich kälter sind. Dort kann das Quecksilber schon so manches Mal unter die Null-Grad-Marke fallen. Hinsichtlich der Niederschlagsraten lässt sich feststellen, dass die stärksten Regenfälle in den Sommermonaten zu erwarten sind. Mit knapp 100mm Niederschlag ist der Juni der regenreichste Monat des Jahres. In den Wintermonaten dagegen nehmen die Zahlen etwas ab. Die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit liegt bei etwas mehr als 70 Prozent, vor allen Dingen in den Wintermonaten kann sie schon einmal die Grenze zu 80 Prozent überschreiten.

Die Unterschiede zwischen den beiden dominierenden und für Urlaubsreisende besonders interessanten klimatischen Zonen sind klar zu erkennen. Während die Region an der kroatischen Adria mit dem beliebten Reiseziel Split von trockenen und warmen Sommern profitiert, sind die Temperaturen in der kroatischen Hauptstadt Zagreb von Sommer nach Winter deutlicheren Schwankungen unterworfen. Auch die Verhältnisse des Niederschlags unterscheiden sich deutlich.

Die unterschiedlichen klimatischen Verhältnisse sollten bei der Planung einer Reise nach Kroatien unbedingt beachtet werden. Wer beispielsweise heiße und trockene Temperaturen vermeiden möchte, sollte nicht unbedingt einen Urlaub an der kroatischen Adriaküste buchen. Und wem es dagegen vor leichteren bis mittleren Niederschlägen im Sommer graut, dem empfiehlt es sich nicht unbedingt nach Zagreb oder andere nordkroatische Städte zu reisen. Andererseits wiederum stellen die Temperaturen und die Niederschlagsraten im Vergleich zu den in Gefilden im nördlicheren Europa herrschenden Gegebenheiten immer noch eine deutliche Verbesserung dar.