Split

Blick auf den Diokletian-Palast ©-mrakhr-Fotolia.com

Blick auf den Diokletian-Palast
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Die an der kroatischen Adriaküste befindliche Stadt Split ist die zweitgrößte Stadt Kroatiens. Inmitten der Region Dalmatiens gelegen, wird sie von dem Gebirgen Kozjak und Mosor sowie dem Gebirgszug Perun umsäumt. Die Kombination aus malerischem Erholungsort mit kulturell bedeutsamen Sehenswürdigkeiten, deren Entstehung bis in die Antike zurückreicht, sind prägend für das besondere Flair der Stadt und lassen sie so zum idealen Urlaubsort für Groß und Klein werden.

Zahlen und Fakten

Staat: Kroatien
Gespanschaft: Split-Dalmatien
Gliederung: 11 Stadtbezirke
Einwohnerzahl: 193.664
Fläche: 79,33 km²
Telefonvorwahl: (+385)021
Postleitzahl: 21000
Kfz-Kennzeichen: ST

Geschichte

Die Ursprünge der Stadt Split reichen bis in die Zeit der römischen Antike zurück. Damals befand sich in dieser Region Dalmatiens die Siedlung Aspalathos, die als überaus beliebter Kurort bekannt war. Diese atemberaubende Kulisse war es vielleicht auch, die den Kaiser Diokletian 295 n.Chr. dazu bewogen hat, nahe der südlichen Bucht einen prachtvollen Palast als Alterssitz für sich zu errichten, der eine Fläche von stattlichen 30.000 m² einnahm. Auch nach dem Tod des Kaisers blieb der Diokletian-Palast in Besitz des herrschenden Kaisers.

Als im frühen 7. Jahrhundert die Awaren in die Stadt Salona einfielen und diese weitestgehend zerstörten, flohen etliche der Stadtbewohner in den nahegelegenen Diokletian-Palast, um dort Schutz zu suchen. Im Laufe der Zeit errichteten die geflohenen Saloner Steinhäuser auf dem Gebiet rund um das imposante Marmorgebäude. Auf diese Weise verwandelte sich der einstige Palastkomplex allmählich zu einer eigenständigen Stadt – der heutigen Stadt Split.

Für die endgültige Umgestaltung zu einer Stadt waren zwei Veränderungen am Gebäudekomplex von entscheidender Bedeutung: So wurde der ursprünglich für Paraden ausgelegte Innenhof zu einem öffentlichen Marktplatz umfunktioniert und das einstige Mausoleum des Kaisers Diokletian, der das Christentum verabscheute, ironischerweise zu einer Kathedrale umgebaut. Über die Jahre hinweg wuchs die Stadt stetig weiter. Es wurden Läden errichtet, Universitäten und Skriptorien gegründet und die Stadtmauern erweitert. Auch als die Region Dalmatien Anfang des 15. Jahrhunderts in venezianische Herrschaft fiel, ging es der Stadt Split weiterhin gut. In dieser Zeit wurde insbesondere die Kunst sehr stark gefördert und so wundert es nicht, dass viele der bedeutendsten Werke in den Bereichen Malerei, Literatur, Architektur und Bildhauerei aus dieser Zeit des Spätmittelalters stammen.

Schließlich bewirkte die unmittelbare Nähe der Stadt zum Meer, dass diese auch wirtschaftlich zunehmend an Bedeutung gewann. Der Handel mit dem Ausland florierte und so wundert es nicht, dass sich Split recht schnell zur wichtigsten Hafenstadt des Landes entwickelte. Angesichts dieser bedeutungsvollen Stellung für die Wirtschaft, war die Region um Split immer wieder umkämpft, blieb während eines Krieges jedoch verschont. Denn keine der kriegsführenden Parteien hätte es sich erlauben können, die bedeutende Hafen-und Handelsstadt zu zerstören. Erst im Zweiten Weltkrieg wurden während des italienischen Bombardements im Jahr 1941 große Teile der Stadt zerstört. Es folgte ein mühsamer Wiederaufbau, bei dem die Stadt in den 1950er Jahren schließlich weiter ausgebaut wurde. In dieser Zeit entstanden diverse Gebäude, die sich in ihrer Bauweise nicht an die Ästhetik des Diokletian-Palastes anlehnen, sondern das typische Ideal der Architektur der 1950er Jahre widerspiegeln.

So gruppiert sich um den heutigen Stadtkern – den Diokletian-Palast – eine Vielzahl von Bauwerken, die aus den unterschiedlichsten Epochen stammen. Auf diese Weise wird ein Spaziergang vom zentral gelegenen Diokletian-Palast in Richtung Stadtrand zu einer Erkundungstour durch die historische Vergangenheit der Stadt Split.

Sehenswürdigkeiten

Platz der Republik ©-tomasz-horowski-Fotolia.com

Platz der Republik
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Beim Bummel durch die historische Altstadt kommen insbesondere Kulturinteressierte voll auf ihre Kosten. Kernstück des bedeutsamen Kulturguts stellt der Diokletian-Palast dar, welcher in Verbindung mit der gesamten Innenstadt im Jahre 1979 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Neben eindrucksvoller Baukunst kann man beim Schlendern durch die engen pittoresken Gassen der Stadt auch noch gemütliche Cafés und kleine reizende Boutiquen finden. Auch Ausflüge außerhalb der Stadt, sind dank der guten Fährverbindungen zu den umliegenden Inseln und nach Pescara, Rijeka, Ancona und Dubrovnik täglich möglich.

Im Folgenden werden einige Sehenswürdigkeiten vorgestellt, die man sich beim Besuch der Stadt Split auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

 

Diokletian-Palast

Der imposante Marmorbau des Diokletian-Palastes ist das Herzstück der historischen Altstadt. In den Jahren 295-305 n. Chr. vom römischen Kaiser Diokletian erbaut, nahm der ursprüngliche Bau eine beeindruckende Fläche von 30.000 m² ein. In dieser Zeit war der Gebäudekomplex in zwei Teile gegliedert. Im südlichen Teil des Gebäudes befanden sich die Privatgemächer des Kaisers, das Peristyl sowie das Mausoleum. Letzteres wurde während des 4.Jahrhunderts jedoch in eine Kathedrale umgebaut. Die Räume des nördlichen Teil des Palastes waren als Wohnbereich für die Angestellten des Hofes sowie das Militär vorgesehen. Zum Schutz vor feindlichen Übergriffen war der Palast von einer gewaltigen Schutzmauer umgeben. Auf dieser befanden sich zusätzlich noch 16 Türme, von denen aus die Späher annähernde Feinde frühzeitig ausfindig machen konnten.

Als der Palast ab dem frühen 7. Jahrhundert schließlich seine Funktion als kaiserlichen Wohnsitz weitestgehend verloren hatte, wurden der Palast selbst und das Gebiet um ihn herum immer mehr zu einer eigenständigen Stadt ausgebaut. Während dieser Umbaumaßnahmen wurden einige der ursprünglichen Bauelemente verändert. Trotz dieser baulichen Veränderungen gilt der Diokletian-Palast noch heute als einer der besterhaltensten Paläste aus der Zeit der römischen Antike.

Peristyl

Im Allgemeinen bezeichnet der Begriff Peristyl einen rechteckigen Innenhof, der auf allen Seiten von durchgehenden Säulenhallen, so genannten Kollonaden, umsäumt ist. Dieser Bautyp entstand im Zuge der griechisch-hellenistischen Architektur und ist somit ein Abbild der antiken Baukunst. Im Falle des Diokletian-Palastes verband das Peristyl den Gebäudetrakt des Nordteils mit dem des Südteils. Während auf der nördlichen Seite eine Treppe hinauf zu den ehemaligen Privatgemächern des Kaisers Diokletian führt, befindet sich auf der Südseite eine Treppe, von der aus man hinunter in die Kellerräume des Palastes gelangt. Insbesondere auf der Ost-und Westseite des Peristyls kann man noch heute die beeindruckenden hohen Steinsäulen mit ihren korinthischen Kapitellen bestaunen, die durch rundbogige Arkaden miteinander verbunden sind.

Des Weiteren befindet sich heute ein kleines gemütliches Café inmitten des Peristyls, das dazu einlädt kleine kulinarische Leckereien vor dieser eindrucksvollen historischen Kulisse zu genießen. Auch abends gibt es hier für Besucher der Stadt Split noch einiges zu entdecken. Vor allen Dingen während der Sommermonate nutzen Straßenkünstler die Fläche des Peristyls, um sowohl Einheimische als auch Touristen mit ihren musikalischen und akrobatischen Einlagen zu unterhalten. Ferner werden im Rahmen der alljährlichen Sommerfestspiele diverse Theaterinszenierungen oder Opern im Innenhof des Palastes aufgeführt.

Kathedrale des heiligen Dominus (kroat.:Sveti Duje)

Die Kathedrale des heiligen Dominus gehört zum römisch-katholischen Erzbistum Split-Makarska. Der im 4. Jahrhundert errichtete Sakralbau ist dem heiligen Dominus geweiht und gehört heute zu den ältesten Kathedralen der Welt. Die Kathedrale schließt sich östlich an das Peristyl des Diokletian-Palastes an und befindet sich somit im Zentrum der heutigen Altstadt. Ursprünglich handelte es sich bei diesem Bau um das Mausoleum des Kaisers Diokletian. Während der Umgestaltung des Palastes zu einer eigenständigen Stadt, wurde die einstige Grabstätte jedoch in eine christliche Kirche umgebaut. Hierbei wurde auch der Sarkophag mit den sterblichen Überresten des Kaisers entfernt und an einem anderen Ort eingebettet. Anstelle der Gebeine des Kaisers wurden nun die sterblichen Überreste eines Märtyrers aus Salona, den Diokletian ermorden ließ, in die Kirche gebracht. Bei diesem Märtyrer handelte es sich um den ersten Bischof Salonas Dominus, auf welchen der Name der Kathedrale zurückgeht. Zu dieser Zeit befand sich an der Stelle jedoch nur der oktogonal geformte Zentralbau. Der Bau des imposanten Glockenturms, welcher heute als Wahrzeichen der Stadt Split gilt, begann im 13. Jahrhundert und war erst im 16. Jahrhundert abgeschlossen. Aufgrund dieser langen Bauzeit lässt sich heute eine Verflechtung romanischer und gotischer Architekturelemente erkennen. Im Zuge von Restaurierungsarbeiten im 19. Jahrhundert wurde jedoch eine Vielzahl romanischer Bauteile entfernt und durch Nachbildungen im gotischen Stil ersetzt, um einen harmonischeres Zusammenspiel zwischen den einzelnen Turmelementen zu schaffen. Einige der (romanischen) Originalteile werden heute im städtischen Museum von Split aufbewahrt.

Grgur Ninski

Die Grgur Ninski, zu deutsch Gregor von Nin, bezeichnet eine fast zehn Meter hohe Metallstatue, die den ehemaligen Bischof und Kanzler (900-929) Gregor von Nin darstellt. Unter der Herrschaft von König Tomislav gehörte Gregor von Nin zum erlesenen Führungskreis der damaligen kroatischen Kirche. Die Statue befindet sich außerhalb der nördlichen Mauern des Diokletian-Palastes und kann beim Durchschreiten des berühmten Goldenen Tores sogleich erspäht werden. Egal ob bei den Einheimischen oder Touristen, die Statue des Grgur Ninski erfreut sich stets größter Beliebtheit. Grund hierfür mag eine alte Legende sein, die besagt, dass jedem, der den großen linken Zeh der Statue berührt, viel Glück und Gesundheit zuteil werden wird. Ob das tatsächlich stimmt? Davon muss sich jeder selbstverständlich selber überzeugen.

Pazar

Bei dem Pazar handelt es sich um den Markt von Split, bei dem die Verkäufer täglich ihre frischen Waren lautstark anpreisen. An den zahlreichen Marktständen werden knackiges Obst und Gemüse, saftiges Fleisch, herzhafter Käse oder auch fangfrischer Fisch dargeboten. Auch landestypische Spezialitäten können hier frisch zubereitet genossen werden. Abgesehen von den kulinarischen Köstlichkeiten kann man außerdem noch Sonnenhüte, Gürtel, Taschen und Schuhe erwerben.

Strände

Bei einem Besuch in dem malerischen Küstenort Split kommt man selbstverständlich nicht umhin auch einmal die traumhaft schönen Badestrände der Region zu besuchen. Zu den bekanntesten unter ihnen zählt der unweit der Altstadt gelegene Strand Bacvice. Auf dem feinen, weichen Sandstrand kann man entspannt die Seele baumeln lassen. Für die nötige Abkühlung sorgt das erfrischende türkis-blaue Wasser, in dem sich Groß und Klein ausgelassen vergnügen können. Auch für das leibliche Wohl ist am Strand von Bacvice dank der vielen nahegelegenen Cafés gesorgt. Aufgrund der vielen Vorzüge wundert es nicht, dass der Strand Bacvice sowohl bei den Einheimischen als auch bei den Touristen äußerst beliebt und daher stets gut besucht ist.

Alle, die es lieber etwas ruhiger und beschaulicher mögen, sollten die Strände entlang der Halbinsel Marjan aufsuchen. So sind die Strände Kašuni und Obojena bislang hauptsächlich bei den Einheimischen sehr beliebt und somit ein echter Geheimtipp. Zwar muss man bei beiden Stränden mit dem groben Kieselstrand vorlieb nehmen, jedoch wird man dafür mit einer angenehmen Ruhe und Weitläufigkeit belohnt. Nachdem man sich im kristallklaren Wasser des Meeres ausgiebig erfrischt hat, laden die umliegenden Cafés dazu ein, sich mit diversen kulinarischen Leckereien stärken. Für alle, die mit dem PKW anreisen, gibt es in unmittelbarer Strandnähe eine Vielzahl kostenloser Parkplätze.

Strand in Split ©-anshar73-Fotolia.com

Strand in Split
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