Sisak

Brücke Stari most in Sisak © Suzana Tulac - Fotolia.com

Brücke Stari most in Sisak
© Suzana Tulac – Fotolia.com

Die Hafenstadt Sisak liegt südöstlich der kroatischen Hauptstadt Zagreb, nahe dem Ort, an dem die Flüsse Kupa und Odra in die Save münden. Von besonderer Bedeutung für die städtische Entwicklung ist die geographische Lage der Stadt, dank derer sich Sisak zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum der Region entwickeln konnte. Zusätzlich kann die Stadt aufgrund ihrer bewegten Entwicklungsgeschichte zahlreiche Kulturdenkmäler und historische Bauten aufweisen, die das Stadtbild prägen. Neben diesem reichhaltigen kultur-historischen Erbe hat Sisak aber auch noch weitere sehr interessante Sehenswürdigkeiten in der Umgebung zu bieten.

Zahlen und Fakten

Staat: Kroatien
Gespanschaft: Sisak-Moslavina
Einwohnerzahl: 47.768
Fläche: 422,75 km²
Telefonvorwahl: (+385) 044
Postleitzahl: 44000
Kfz-Kennzeichen: SK

Geschichte

Wie archäologische Funde belegen, wurde das Gebiet der Stadt Siska erstmals in prähistorischer Zeit von einem Stamm der Illyrer besiedelt. Im Laufe des 4. Jahrhunderts v. Chr. nahmen jedoch die Kelten das Gebiet ein und gründeten die Siedlung Segestica. Bis in das Jahr 35 v. Chr. gelang es den keltischen Stämmen sich der voranschreitenden Macht des Römischen Reiches zu widersetzen, doch nach einer dreißigtägigen Belagerung unter der Führung von Kaiser Augustus wurde Segestica von den Römern erobert und zerstört. Im Zuge der römischen Regentschaft wurde die Stadt unter dem Namen Siscia wieder aufgebaut und erlangte bald große Bedeutung in Handel und Handwerk sowie wesentliche Funktionen in Sachen Militär-, Verwaltungs- und Verkehrswesen. Einen besonderen Stellenwert erhielt die Stadt auch durch die hier ansässige Münzstätte, in der für das gesamte römische Imperium Münzen geprägt wurden.

Nach dem Niedergang des Römischen Reiches verlor die Stadt ihren Status als bedeutendes Verkehrs- und Handelszentrum. Die weitere Entwicklung der Stadtgeschichte blieb aufgrund unvollständiger Quellen einige Jahrhunderte lang unklar. Erst zum Beginn des 9. Jahrhunderts wurde die Stadt im Zuge der Besiedlung durch die Kroaten wieder erwähnt. Unter kroatischer Herrschaft erhielt die Stadt den Namen Sissek und entwickelte sich allmählich zu einem wichtigen Verkehrsknoten und dem größten Flusshafen der Region. Im Laufe des 13. Jahrhunderts erteilte der regierende König Bela IV der Stadt den Status einer eigenständigen Gemeinde mit zugehöriger Stadtregierung und kommunalem Gericht.

Während des 16. Jahrhunderts war das Leben der hiesigen Gemeinde geprägt durch die Landwirtschaft und die Viehzucht. Doch dieses friedvolle Dasein wurde im Zuge der Invasion durch die Osmanen getrübt. Am 22. Juni 1593 gelang es der kroatischen Armee aber dann schließlich, während der berühmten Schlacht von Sissak, die türkischen Truppen zu besiegen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Stadt in zwei Teile gespalten: das Gebiet links des Flusses Kupa war an die Gemeinde Kaptol angegliedert, wohingegen das Gebiet rechts des Flussufers der Regierung der Militärgrenze unterlag.
Die Rolle Sisaks als bedeutende Industriestadt des Landes wuchs, nachdem 1842 die Schifffahrtswege über die Sava und Kupa frei gegeben und 1862 die ersten örtlichen Eisenbahnlinien errichtet wurden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde Sisak wieder als eine städtische Gemeinde wiedervereint und in 1874 zur freien königlichen Stadt ernannt. Anfang des 20. Jahrhunderts profitierte die Stadt Sisak in erheblichem Maße von den Folgen der Industrialisierung, doch der wirtschaftliche Aufschwung geriet mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs zunehmend ins Stocken. Wie viele andere Städte Kroatiens blieb auch Sisak von den Auswirkungen des Kroatienkriegs von 1991 bis 1995 nicht verschont und hatte zahlreiche Opfer zu beklagen.

Kulturelles Angebot

Das Stadtbild von Sisak ist geprägt von zahlreichen historischen Bauten und Denkmäler, die die langjährige Geschichte der Stadt wirkungsvoll widerspiegeln. Hierzu gehört auch der im Zentrum der Stadt, unweit der Katedrala Uzvišenja svetog Križa gelegene archäologische Park Siscia, in dem man die Ruinen der römischen Stadt Siscija bestaunen kann.

Doch das bedeutendste Monument und zugleich Wahrzeichen der Stadt Sisak ist die am Ufer des Flusses Kapa gelegene Festung Stari grad. Die historische Festungsanlage wurde im 16. Jahrhundert erbaut und sollte dazu dienen das kroatische Königreich vor feindlichen Übergriffen der Osmanen zu schützen. Kennzeichnend für die historische Festungsanlage Stari grad ist ihr triangelförmiger Grundriss mit je einem Rundturm an den Außenkanten. Heute werden die Räume des Kastells für festliche Anlässe, Ausstellungen, Theateraufführungen oder Konzerte benutzt. Ein weiteres sehr kennzeichnendes Symbol der Stadt Sisak stellt die Brücke Stari most dar. Die Anfang des 20. Jahrhunderts aus Backstein erbaute Brücke führt über den Fluss Kupa und dabei verbindet das alte und neue Sisak miteinander.

Holzhaus im Dorf Čigoč © bobroy20 - Fotolia.com

Holzhaus im Dorf Čigoč
© bobroy20 – Fotolia.com

Eine weitere Touristenattraktion ist das alljährlich im September stattfindende Kulturevent „Keltische Nacht“, bei dem die historische Vergangenheit der Stadt erlebbar wird. Hierzu werden auf Flößen, die ruhig auf dem Fluss Kupa entlanggleiten, mysteriöse Legenden und spannende Geschichten rund um die Stadt Sisak szenisch dargestellt. Besucher können das eindrucksvolle Spektakel vom sicheren Ufer aus beobachten und dabei einen „magischen Trunk“ genießen.

Doch auch abseits dieses reichen Kulturangebots kann die Stadt Sisak mit interessanten Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung aufwarten. Für alle Natur- und Tierliebhaber lohnt sich ein Ausflug in den nahegelegenen Naturpark Lonjsko polje. Besucher können hier nicht nur die herrliche Landschaft genießen, sondern auch eine Vielzahl verschiedenster Tiere, darunter auch autochthone Schweine- und Pferderassen, bewundern. Ein weiteres Highlight des Naturparks stellt das Dorf Čigoč

dar. Hier kann man zahlreiche alte Holzhäuser, die mit ihrer traditionellen Architektur bestechen, vorfinden. Auf etlichen dieser Holzhäuser haben sich Störche niedergelassen und ihre Nester gebaut, weshalb das Dorf Čigoč in den 1990er Jahren zum „Europäischen Storchendorf“ ernannt worden ist.