Rijeka

Blick auf die Stadt ©-Kaligaski-Fotolia.com

Blick auf die Stadt
©-Kaligaski-Fotolia.com

Die an der Kvarner-Bucht gelegene Hafenstadt Rijeka ist die drittgrößte Stadt Kroatiens und ist die Hauptstadt der Gespannschaft Primorje-Gorski kotar im Nordwesten des Landes. Der Name der Stadt „Rijeka“ bedeutet übersetzt „Fluss“ und ist dem Namen des Flusses Rječina, entlehnt, der hier in die Adria mündet. In Rijeka vereinen sich malerische Badestände und historische Kulturgüter zu einem harmonischen Ganzen und lassen den Ort somit zum idealen Reiseziel für all diejenigen werden, die sich sowohl nach Erholung als auch nach kultureller Vielfalt sehnen.

 

Zahlen und Fakten

Staat: Kroatien
Gespanschaft: Primorje-Gorski kotar
Einwohnerzahl: 128.624
Fläche: 43,343 km²
Telefonvorwahl: (+385) 051
Postleitzahl: 51000
Kfz-Kennzeichen: RI

 

Geschichte

Spuren belegen, dass die Anfänge der Stadt Rijeka bis in die Zeit des Paläolithikums (Steinzeitalter) und des neolithischen Zeitalters zurück reichen. Im Zuge der Bronze-und Eisenzeit wurde das Gebiet von den Kelten besiedelt, die die fünf umliegenden Hügel Solin, Trsat, Martinšćica, Velivrh und Gradišće durch das Errichten von Erdwällen miteinander verbanden. Auf diese Weise konnte um die Wallbauten herum allmählich eine Siedlung mit einem nahegelegenen Hafen entstehen. Im Laufe der Zeit wurden die ansässigen Kelten zunehmend von den Illyrern verdrängt. Lediglich der keltische Stamm der Iapoden konnte sich im Hinterland ansiedeln. Die Illyrer hingegen lebten vornehmlich an der Küste, da sie sich den dort befindlichen Hafen für ihre Seefahrten und räuberischen Streifzüge entlang der Adria zu Nutze machen konnten. Aufgrund der großen Bedeutung des Hafens für die Seefahrt wurde dieser nach und nach von den Illyrern ausgebaut.

Doch mit ihren räuberischen Fahrten machten sich die Illyrer alsbald bei den Römern unbeliebt, da sie immer wieder auch römische Handelsschiffe überfielen. Aus diesem Grund kam es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Römern und den Illyrern. Um 180 v. Chr. gelang es den Römern schließlich die Stadt an der Kvarner Bucht in Besitz zu nehmen. Die Römer gaben der Stadt nun den Namen Tarsatika und teilten sie in zwei Kommunen, Tarsatica Romana und Tarsata Liburna, ein. Zudem wurde unter der Führung der Römer die Siedlung näher an das Meer verlagert. Noch heute kann man Überbleibsel aus der Zeit der römischen Antike in der Stadt finden. Hierzu zählen unter anderem die Ruinen der römischen Stadtmauern sowie das römische Tor in der heutigen Altstadt.

Angesichts seiner geographischen Lage wies die Stadt ideale Voraussetzungen auf, um sich zu einer bedeutenden Hafen-und Handelsstadt zu entwickeln. Diese spornte das neu angesiedelte slawische Volk, die Kroaten, dazu an, die Stadt Tarsatica einzunehmen, um sich hier niederzulassen. Die Untergliederung in zwei Stadtteile setzte sich auch unter Führung der Kroaten fort. Im oberen Teil der Stadt befanden sich eine mittelalterliche Burg sowie eine Kirche. Der untere Teil der Stadt, fungierte als geschäftliches Handelszentrum und wurde innerhalb der Bevölkerung als Rika oder Rijeka bezeichnet.

Während des 14. Jahrhunderts befand sich die Stadt zunächst in Besitz des Fürsten von Krk, später war sie in den Händen der Familie von Walsee. Aufgrund einer Erbfolge gelangte Rijeka im Jahr 1466 schließlich in Besitz des Kaisers Ferdinand III von Habsburg. Unter der Führung der Habsburger wurde der wirtschaftlich wichtige Hafen der Stadt stetig weiter ausgebaut. Im 16. Jahrhundert erlebte die Stadt dank des gut florierenden Handels mit Eisen, Holz, Wolle, Vieh und Leder eine signifikante ökonomische Entwicklung. Gleichzeitig wurde der Handel durch die feindlichen Übergriffe der Osmanen, die Erbfolgekriege um die ungarischen Krone sowie die Konflikte mit Venedig gestört. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts legten sich die kriegerischen Auseinandersetzungen allmählich. Zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert befand sich Rijeka schließlich für kurze Zeit unter französischer Herrschaft, ging alsbald jedoch in österreichischen Besitz über.

Im Zuge der Bürgerrevolution im Jahre 1848 wurde die Stadt an das Gebiet der Banovina angeschlossen. Nachdem sich der Kampf um die bedeutende Handelsstadt Rijeka zwischen Kroatien und Ungarn immer weiter zugespitzt hatte, kam es 1868 zum Ungarisch-Kroatischen Ausgleich, bei dem die Stadt als separates Gebiet ernannt wurden. Im Laufe dieser Zeit entwickelt sich die Stadt zum größten maritimen Handels- und Umschlagplatz Ungarns. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Rijeka an das Königreich Italien angeschlossen. Als im Zuge des 2. Weltkrieges Italien 1943 kapitulierte, wurde die Stadt Rijeka von deutschen Truppen bis Mai 1945 besetzt. Zwei Jahre später wird Rijeka unter Bezugnahme auf den Beschluss der Pariser Friedenskonferenz Jugoslawien untergeordnet. Nach dem Wiederaufbau konnte sich die Stadt schließlich als wichtigster Hafen des sozialistischen Jugoslawien behaupten. Aufgrund der wirtschaftlichen Expansion stieg die Bevölkerungszahl im Laufe der Jahre rasant an, weshalb zunehmend neue und alte Stadtteile weiter ausgebaut wurden.

In den 1990er Jahren kam es erneut zu einem einschneidenden Umbruch im Land: Das Bestreben Kroatiens sich an die liberalen und demokratischen Strukturen des Westens anzunähern, hatte zur Folge, dass Kroatien sich 1991 als souveräner, von Jugoslawien unabhängiger Staat erklärte. Bei dem daraus resultierende Krieg blieb Rijeka weitestgehend verschont. Die demokratische Umwandlung in Verbindung mit dem Wechsel zur Marktwirtschaft brachten weitere tiefgreifende Veränderungen mit sich: das Mehrparteiensystem setzte sich durch, privates Kapital wurde in die wirtschaftliche Entwicklung investiert. Heute präsentiert sich Rijeka dank seiner langjährigen Seefahrts-und Handelstradition und seiner modernen Hafenanlage als eine der wichtigsten Hafenstädte des Landes.

 

Rijeka für Kulturinteressierte

Das kulturelle Angebot der Stadt Rijeka ist vielseitig, so dass Kulturinteressierte voll auf ihre Kosten kommen können. An historischen Gebäuden, Denkmälern und Plätzen kann die Kunst und Kultur der Stadt bestaunt werden. Ein denkwürdiges Bauwerk stellt der berühmte Stadtturm am östlichen Ende des Kozos (Fußgängerzone) dar.

Stadtturm ©-Csák-István-Fotolia.com

Stadtturm
©-Csák-István-Fotolia.com

Der barocke Uhrturm wurde während des 17. Jahrhunderts als sogenannter Durchgangsturm gebaut und bildet heute das Wahrzeichen der Stadt Rijeka. Neben diesem berühmten Bauwerk zählen auch einige sakrale Bauten, wie zum Beispiel die Kathedrale des Heiligen Vitus, die Kirche des heiligen Jeronimus und die Kapuzinerkirche der Jungfrau von Lourde, zum kulturellen Erbe der Stadt.

Burg von Trsat ©-Valery-Shanin-Fotolia.com

Burg von Trsat
©-Valery-Shanin-Fotolia.com

Ein weiteres Highlight stellt die auf einem Berg gelegene Burg von Trsat dar, die das Bild der Stadt dominiert. Hier können Besucher von einem Aussichtspunkt aus, auf einer Höhe von etwa 138 Meter über dem Meeresspiegel, einen herrlichen Ausblick über die gesamte Stadt und die Kvarner-Bucht genießen.

Selbstverständlich beschränkt sich das Kulturleben der Stadt nicht nur auf historische Gebäude und Denkmäler. Die hiesigen Museen, Galerien und Theater ziehen mit ihren faszinierenden Ausstellungen und mitreißenden Inszenierungen ihre Besucher immer wieder in den Bann. Zusätzlich finden das gesamte Jahr über verschiedene Veranstaltungen statt, durch die unterschiedliche Einblicke in das kulturelle Leben der Stadt Rijeka ermöglicht werden. Einen besonderen Glanzpunkt stellt hierbei das alljährliche Karnevalsfest dar, das immer wieder tausende Besucher in die Stadt lockt.

 

Rijeka für Badeurlauber

All diejenigen, die sich während ihres Urlaubs nach einem erfrischenden Bad im azurblauen Meer sehnen, können bei einem Besuch der Strände von Rijeka rundum zufrieden gestellt werden. Östlich und westlich der Stadt lässt sich eine Vielzahl idyllischer Strände und malerischer Buchten finden, an denen man ganz entspannt die Seele baumeln lassen kann. Und auch Fans des Wassersports kommen in Rijeka nicht zu kurz. So bietet beispielsweise der Strand Preluk die idealen Bedingungen für Kite-und Windsurfer.

Des Weiteren wird selbstverständlich auch für das leibliche Wohl der Badegäste gesorgt. Unweit der Strände finden sich gemütliche Cafés und Restaurants in denen man beim Blick auf das schillernde Meer lukullische Köstlichkeiten genießen kann. Die gute Erreichbarkeit der zahlreichen Strände ist ein weiterer Pluspunkt für Rijeka als Urlaubsort. Vom Stadtzentrum aus können einige dieser paradiesischen Wohlfühloasen ganz bequem zu Fuß erreicht werden. Die etwas weiter außerhalb gelegenen Strände können problemlos mit dem Bus angefahren werden. Für alle, die mit dem Auto anreisen, finden sich in Strandnähe meist kostenlose Parkmöglichkeiten.

 

Rijeka für Shoppingbegeisterte

Ein Bummel durch die Altstadt Rijekas lohnt sich nicht nur wegen der vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten, auch Shoppingbegeisterten wird hier einiges geboten. Entlang der hiesigen Einkaufsmeile Kozo kann man sowohl das Sortiment etablierter Modeketten durchstöbern, als auch die Angebote exklusiver Boutiquen bestaunen. Außerdem können in kleinen Souvenirläden verschiedene Andenken für daheim oder hübsche Mitbringsel erstanden werden.

Alle, die es gern etwas traditioneller mögen und auf der Suche nach frischen Lebensmitteln sind, sollten sich einen Besuch des städtischen Marktes nicht entgehen lassen. Egal ob Obst und Gemüse, Fleisch oder Käse alle dargebotenen Produkte werden frisch und direkt vom Erzeuger präsentiert. In der Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Firschmarkthalle können alle Fisch-liebenden Feinschmecker in den Genuss fangfrischer Spezialitäten kommen. Auch abseits des innerstädtischen Einkaufsareals kann, dank zweier großer Einkaufszentren, die vielseitige Shoppingwelt der Stadt weiter ausgekundschaftet werden. Insbesondere das gerade einmal 1,5 km vom Stadtzentrum entfernte Tower Center ist immer wieder einen Besuch wert. Das imposante Gebäude beherbergt mehr als 150 Geschäfte, sowie Restaurants und einen Kinosaal und ist als größtes Shoppingcenter Kroatiens auch über die Stadtgrenzen hinweg bekannt.