Die landschaftlichen Zonen Kroatiens

© twoandonebuilding - Fotolia.com

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Genauso wie in klimatischer Hinsicht, wird der Balkanstaat Kroatien auch hinsichtlich seiner landschaftlichen Zonen in drei verschiedene Bereiche unterteilt. Dies sind zum einen die kroatische Adriaküste, das dinarische Gebirge sowie die pannonischen Tiefebene. Genauso wie diese drei Gebiete durch ganz eigene klimatische Verhältnisse charakterisiert werden, lassen sich auch landschaftliche Unterschiede erkennen. Nachfolgend soll ein grober Überblick über die verschiedenen landschaftlichen Zonen sowie die jeweils ganz eigenen Merkmale geliefert werden. Schließlich können die einzelnen Beschaffenheiten beispielsweise hinsichtlich eines geplanten Urlaubs durchaus ausschlaggebende Kriterien sein.

Generell kann mithilfe der nachfolgend vorgestellten Dreiteilung Kroatiens hinsichtlich der Landschaftstypen jedoch immer nur ein Bruchteil dessen abgedeckt werden, was in Bezug auf die landschaftliche Vielfalt Kroatiens eigentlich möglich ist. Für ein intensives Erleben würde sich deshalb vor allen Dingen eine Rundreise durch Kroatien empfehlen, bei der sämtliche Variationen und unterschiedlichen Bedingungen wahrgenommen und erlebt werden können.

 

Die adriatische Küstenregion

Für die meisten Kroatienurlauber geht die adriatische Küstenregion mit dem größtmöglichen Reiz einher. Die meisten Menschen, die zum ersten Mal nach Kroatien reisen, denken meist an weite Sandstrände und ansprechende Promenaden. Das Gebiet rund um die adriatische Küste ist jedoch zu großen Teilen verkarstet, was bedeutet, dass es durch größere Ansammlungen oder Gebilde aus Stein geprägt ist. Kleinere Flüsse durchbrechen die Landschaft rund um die bis zu mehreren Kilometer breiten Küstenstreifen, reichen jedoch in den meisten Fällen nicht besonders weit ins Landesinnere hinein. Eine Untergliederung der kroatischen Adriaküste auch in landschaftlicher Hinsicht muss hinsichtlich verschiedener Gebiete vorgenommen werden:

  • Istrien
  • Hrvatsko Primorje (kroatisches Küstenland)
  • Dalmatien

Istrien ist eine Halbinsel am nördlichen Zipfel der kroatischen Adriaküste. Sie besteht zu großen Teilen aus Kalkgestein und verfügt über mehrere kleinere und größere Buchten, die beinahe schon an die norwegischen Fjorde erinnern. Die gesamte Landschaft zeigt die Einflüsse des Karstgesteins, wobei sich gravierende Unterschiede hinsichtlich der Stärke der Ausprägung in einzelnen Teilen feststellen lässt. Daneben ist die Landschaft Istriens außerdem durch zahlreiche Felder und Blumenwiesen aus. Verschiedene Blumen- sowie Orchideenarten lassen sich dort in der freien Natur finden. Einige der kleineren Inselgruppen vor der Küste Istriens gehören zu einem einzigartigen Naturpark, der vor allen Dingen aufgrund seiner artenreichen Unterwasserwelt zu begeistern weiß.

Die kroatische Küstenlandschaft ist eigentlich keine klassische Region Kroatiens per se, sondern bezeichnet einen relativ schmalen Küstenstreifen entlang der Adriaküste, südlich von Istrien. Die Kvarner Bucht, in der die größten kroatischen Inseln liegen, ist ein Teil der kroatischen Küstenlandschaft. Dort finden sich auch zwei der schönsten Nationalparks Kroatiens, die entweder mit schroffen Gebirge und tiefen Schluchten oder mit atemberaubenden Wasserfällen und Seenlandschaften zu begeistern wissen. Der Nationalpark Plitvicer See ist unter anderem Teil des UNESCO-Weltnaturerbes und wurde als Drehort der berühmten Karl May-Verfilmungen bekannt.

Auch die Region Dalmatien beherbergt zwei wichtige kroatische Nationalparks – die Kornaten und den Nationalpark Krka. In Krka finden sich imposante weiße Kalkfelsen sowie zahlreiche Wasserfälle, die auf beeindruckende Weise in die Tiefe stürzen. Die Inselgruppe der Kornaten zeichnet sich in erster Linie durch ihre kargen landschaftlichen Züge aus und lockt unter anderem viele Taucher mit ihren zahlreichen unter Wasser liegenden Höhlen an.

 

Das Region um das dinarische Gebirge

Velebit mountain Prezid pass green landscapeDie Region um das dinarische Gebirge lässt ich mitunter auch als Kroatisches Hüggelland bezeichnen und ist in erster Linie durch kleinere und größere Gebirgszüge- und Abschnitte geprägt. Der Gorski kotar, was auf deutsch etwa mit „Bergland“ übersetzt werden kann, ist eine Landschaft in der dinarischen Gebirgsregion, die sich etwa 700 bis 1.500 Meter über der Adria entfaltet. Grüner Karst ist für diese Landschaft besonders typisch. Hierbei sind die großen Gesteinsformationen mit einer dünnen, grünen Moos- und Humusschicht überzogen.

Auch in der Lika, einer weiteren Landschaft in der dinarischen Gebirgsregionen dominieren verkarstete Flächen, wobei viele Flächen heutzutage als Weideland genutzt werden. Bevölkerungstechnisch ist die Lika eher dünn besiedelt und lohnt sich für Touristen in erster Linie für Wanderungen oder Radtouren.

 

Die pannonische Tiefebene

Im Gegensatz zu den teilweise doch recht hohen Gebirgszügen und Erhebungen in der dinarischen Gebirgsregion zeichnet der Norden Kroatiens, der auch als pannonische Tiefebene bezeichnet wird, sich vorrangig durch Flachland und kleinere Mittelgebirge aus. Verschiedene größere und kleinere Flüsse ziehen sich durch die Landschaft, die oftmals üppig begrünt und dabei weniger verkarstet ist, als in anderen Gebieten Kroatiens.

 

Die kroatischen Inseln

Ein Überblick über die verschiedenen Landschaftsformen Kroatiens muss auf eine weitere Besonderheit Bezug nehmen:Diese Bezeichnung ist bei genauerem Hinsehen eigentlich sogar noch untertrieben, denn Kroatien verfügt insgesamt über mehr als 1.200 verschiedene größere und kleinere Inseln, von denen einige bewohnt und andere wiederum unbewohnt sind.

Kroatien ist das Land der tausend Inseln.

Die kroatischen Inseln sind teilweise durch karge Landschaften, aber auch durch üppige Grünwälder und Felsformationen mit Wasserfällen gekennzeichnet. Wer dementsprechend von den Inseln Kroatiens hinsichtlich ihrer landschaftlichen Ausprägungen spricht, tut gut daran, nicht alles über ein und denselben Kamm zu scheren.

 

Flora und Fauna

Kroatiens Landschaften sind vor allen Dingen geprägt durch Gewächse, die zur Familie der Steineichen gehören. Lorbeer, Buchsbaum und Macchie, eine mediterrane Vegetationsform, prägen die Fauna Kroatiens. Zypressen, Agaven, Pinien und Olivenbäume kommen außerdem wild oder in  kultivierter Form vor. Auch Mandarinen sowie andere Zitronenbäume kommen in Kroatien relativ häufig beispielsweise auf Plantagen vor. Im Landesinneren dagegen sind es vor allen Dingen Buchen- und Mischwälder, die die Vegetation bestimmen. Auch Nadelwälder können hier und dort entdeckt werden.

Wanderfalken, Braunbären, Wölfe und Gämsen gehören zu den bedeutendsten Tieren, die in Kroatien in einigen Gebieten noch in den Gebirgen oder auf den Inseln in freier Wildbahn leben. Hin und wieder lassen sich sogar Gänsegeier oder Steinadler entdecken. Da all diese Tiere jedoch äußerst menschenscheu sind, müssen sich auch Wanderer in den Gebirgen in der Regel keine Sorgen machen.