Rab

Insel Rab © fotofrank - Fotolia.com

Insel Rab © fotofrank – Fotolia.com

Die Insel Rab hat im Laufe ihrer Geschichte bereits viele verschiedene Volksstämme, Bewohner und Eroberer kommen und gehen sehen. Heute ist sie eine der kroatischen Inseln mit der größten Einwohnerzahl. Mit ihren mehr als neuntausend Einwohnern steht sie auf dem fünften Platz der Liste der am stärksten bevölkerten Inseln vor der kroatischen Küste. In puncto Größe ist Rab dagegen auf der entsprechenden Liste nur auf dem zehnten Platz anzutreffen. Da Rab allerdings hinsichtlich verschiedener Strände, kultureller Attraktionen sowie eines ausgeprägten Nachtlebens viel zu bieten hat, verwundert es kaum, dass Rab bei Touristen aus aller Welt eine der populärsten Inseln Kroatiens überhaupt ist.

Zahlen und Fakten

Staat: Kroatien
Gespanschaft: Primorje-Gorski kotar
Einwohnerzahl: ca. 9.000
Fläche: ca. 90 km²
Größte Ortschaft: Rab
Küstenlänge: ca. 121 km

Lage, Geografie und Klima

Rab ist nicht unbedingt eine große Insel und kann lediglich eine Gesamtfläche von etwa neunzig Quadratkilometer vorweisen. Trotzdem haben sich auf der Insel in der Kvarner Bucht mehr als 9.000 Menschen dauerhaft niedergelassen. Mit einer Küstenlänger von mehr als 120 Kilometern dürfte jedoch dem einen oder andere aufmerksamen Betrachter recht schnell klar werden, weshalb es vor allem die Touristen nach Rab zieht. Doch nicht nur die Strände sind von besonderer Bedeutung. Auch die direkte Nachbarschaft zu den Inseln Krk, Pag und Cres kann ausschlaggebendes Kriterium sein, gehören diese doch zu den größten und am dichtesten besiedelten Inseln innerhalb der kroatischen Adria überhaupt.

Idyllische Landschaft auf der Halbinsel Lopar © Zsolnai Gergely - Fotolia.com

Idyllische Landschaft auf der Halbinsel Lopar © Zsolnai Gergely – Fotolia.com

Im Gegensatz zu vielen anderen kroatischen Inseln gibt es auf Rab eine deutliche Unterteilung, die natürlichen Ursprungs ist. Verschiedene Berge wie etwa der Velebit, verteilen sich auf der Insel. Insgesamt gibt es drei beachtliche Bergrücken, die sich durch die Landschaft ziehen. Der größte dieser Bergrücken ist unter dem Namen Kamenjak bekannt und sorgt dafür, dass der zentrale sowie der südliche Teil der Insel vom Norden weitestgehend isoliert sind. Dor befindet sich eine kleine Halbinsel namens Lopar, auf der auch eine Gemeinde mit demselben Namen zu finden ist. Insgesamt sind es allerdings nicht die Bergrücken, die auf Rab das landschaftliche Bild dominieren, sondern die außergewöhnlich starke Begrünung der Insel. Mehr als 49 Prozent der gesamten Inseloberfläche sind mit dem satten und lebendigen Grün der Wälder überzogen. Im Westen von Rab befindet sich sogar einer der letzten Eichenwälder, die sich im gesamten Mittelmeerraum überhaupt noch finden lassen.
Das Klima wie auch das Wetter auf Rab sind mild. Im Winter sinken die Temperaturen so gut wie niemals unter den Gefrierpunkt, einzig die Gipfel der Bergrücken können mitunter eine weiße Spitze aufweisen, wobei auch dies abgesehen vom Velebit nicht regelmäßig vorkommt. Die durchschnittlichen Temperaturen im Hochsommer unterscheiden sich nicht wesentlich von denen der anderen kroatischen Inseln und auch die Wassertemperatur ist im Sommer überaus angenehm mild.

Flora und Fauna auf Rab

Wie bereits erwähnt wurde, kann Rab vor allem hinsichtlich seiner starken Bewaldung überzeugen. Für Wanderer bietet dies die optimale Ausgangslage für schattige Touren mit einem Besuch der mehr als 300 Quellen der Insel. Der große Eichenwald im Westen der Insel Rab, der auch unter dem Namen Kalifront bekannt ist, kann außerdem auch mit verschiedenen Stechpalmen aufwarten. Ginster dagegen verbreitet sein angenehm süßliches Aroma vor allem in den hügeligen Gebieten, was gleichermaßen auch auf den mild duftenden Salbei zutrifft. Überhaupt können Wildkräuter mit ihren würzigen und feinen Aromen, die sie beinahe an jeder Ecke verbreiten, überdurchschnittlich schnell zum erholsamen Gefühl beitragen, dass die Insel Rab in Touristen aller Art hervorzurufen vermag.
Hinsichtlich der auf Rab lebenden Tierwelt, sind zwar kaum Exoten, aber dafür ein paar ordentliche bodenständige Vertreter zu erwarten. Mufflons und Rehe können in freier Wildbahn erlebt werden, Schafe grasen auf den üppigen Weiden und die Vogelwelt ist überaus vielseitig. Hin und wieder lässt sich über der Insel sogar der eine oder andere Adler entdecken, der langsam seine Kreise zieht. Und auch unter Wasser tummelt sich die Vielseitigkeit, was sich sowohl auf die Gebiete direkt vor der Küste Rabs wie auch auf die kleineren Wassergebiete auf der Insel bezieht.

Wirtschaft

In früheren Zeiten waren auf Rab verschiedene Wirtschaftszweige von großer Bedeutung. Die Fischzucht und der Ackerbau halfen genauso stark dabei jeden einzelnen Einwohner zu ernähren, wie die Viehzucht und der Handel mit regionalen Gütern. Eine eigenständige Produktion überregional bekannter Waren oder ähnliches hat sich auf Rab allerdings nie etablieren können. Die Tourismusbranche begann auf Rab bereits früh allen anderen Wirtschaftszweigen den Rang abzulaufen. Mehr als 120 Jahre Erfahrung kann auf Rab in diesem Gebiet bereits vorgewiesen werden. Auch heute noch konzentrieren sich viele Menschen darauf, mit den zahlreichen Besuchern aus aller Welt den Großteil ihres Lebensunterhaltes zu bestreiten.

Ortschaften und Sehenswürdigkeiten

Die Insel Rab trägt den inoffiziellen Titel als Liebesinsel, wobei die Herkunft dieser Bezeichnung nicht zu einhundert Prozent geklärt ist. Fest steht allerdings, dass Rab hinsichtlich vielseitig gestalteter Badestrände einiges zu bieten hat. Bis vor wenigen Jahren waren es in erster Linie die FKK-Anhänger, die in Rab ganz besonders stark auf ihre Kosten gekommen sind. Mittlerweile haben sich viele Strände und Strandabschnitte allerdings neu ausgerichtet und Menschen aller Fasson können ihren Bade- und Strandurlaub auf Rab genießen.
Vor allem im Westen der Insel sind viele kleine und verträumte Buchten gelegen, an denen an Kies-, Sand- und auch Steinstränden das azurblaue Meer genossen werden kann. Die Badesaison dauert durchschnittlich von Mai bis Oktober, wobei Hartgesottene durchaus auch außerhalb der Badesaison die Vorzüge eines Ausflugs in die kroatische Adria genießen können. Verschiedene Sportangebote, Hundestrände und Tauchgelegenheiten runden das Angebot für Badetouristen auf der Insel ab.

Blick auf die Altstadt der Stadt Rab © Dalmatin.o - Fotolia.com

Blick auf die Altstadt der Stadt Rab © Dalmatin.o – Fotolia.com

Rab kann jedoch nicht nur Sonnenhungrige und Meeresfreunde von sich begeistern, sondern hat auch für diejenigen, die immer auf der Suche nach einem Abenteuer oder einer neuen Erfahrung sind, stets etwas im Gepäck. Das ganze Jahr über bieten verschiedene Veranstaltungen aus allen denkbaren thematischen Bereichen Einblicke in die Vergangenheit der Insel, in kulinarische Highlights und Traditionen oder entführen dank muskalischer Klänge in eine ganz andere Ära. Rab ist für seine verschiedenen Festivals berühmt – vor allem die Ritterturniere und Armbrustschützenvorstellungen sind überaus populär.
Auch diejenigen, die Geschichte und Kultur lieber anhand von historischen Gebäuden und Plätzen erleben wollen, dürfen ihre Bedürfnisse auf Rab frei entfalten. Die Stadt Rab beispielsweise, die im Süden der Insel gelegen ist und gleichzeitig auch die Hauptstadt darstellt, kann allein schon durch ihre Stadtmauern sowie die vier imposanten Glockentürme überzeugen. Auch die Altstadt von Rab, die mit ihren alten Gebäuden beeindruckt, kann sich sehen lassen. Verschiedene Führungen dirigieren Touristen und Interessierte zu den wichtigsten Anlaufstellen, zu denen auch der Stadtpark sowie der Stadtstrand gehören.
Die Gemeinde Lopar scheint vom Rest der Insel zwar ein wenig abgeschnitten zu sein, hat deshalb aber nicht weniger zu bieten als der Rest der Insel. So finden sich beispielsweise am nahe gelegenen Kap Punta Zidine einige Mauerreste, die noch von antiken Wehranlagen übrig geblieben sind. Die majestätische Marienkirche, die der Gemeinde zu ihrem Namen verholfen hat, wie auch die Kirche des Heiligen Johannes des Täufers sind außerdem einen Besuch wert.