Pag

Blick auf die Insel Pag © Shestakoff - Fotolia.com

Blick auf die Insel Pag © Shestakoff – Fotolia.com

Unter Berücksichtigung der Gesamtfläche der Insel lässt sich Pag als fünftgrößte Insel Kroatiens kategorisieren. In Bezug auf die Einwohnerzahl belegt sie allerdings nur den sechsten Platz. Pag ist geprägt von langen Sand- und Kieselstränden sowie einem landschaftlich besonders reizvollen Ambiente – die urwüchsigen Gegensätze verleihen der Insel ein mediterranes bisweilen aber auch durchaus raues Klima. Für Freunde von Natur, Kultur und auch Musik hat Pag einiges zu bieten, weshalb sich eine Reise oder auch nur ein Besuch definitiv lohnt.

Zahlen und Fakten

Staat: Kroatien
Gespanschaft: Zadar, Lika-Senj
Einwohnerzahl: ca. 8.000
Fläche: ca. 280 km²
Größte Ortschaft: Pag
Küstenlänge: ca. 300 km

Lage, Geografie und Klima

Pag ist eine Insel mit einer Gesamtfläche von rund 284 Quadratkilometern. Dabei ist die Insel an ihrer schmalsten Stelle nur eineinhalb Kilometer breit. In ihrer Länge umfasst die Landmasse Pags ungefähr 58 Kilometer. Dadurch ergibt sich für die Insel eine große Küstenlänge von rund 300 Kilometern und Strandabschnitte von mehr als 80 Kilometern. Kein Wunder also, dass Pag bei Badeurlaubern und Wassersporttouristen überaus beliebt ist. Die Strände bestehen teilweise aus Sand und teilweise aus Kiesel, was unter anderem mit den Wasserströmungen vor der Küste bzw. den Winden zusammenhängt, die Wasser an die Strände spülen.
Pag liegt vor der Küste Norddalmatiens, in direkter Nachbarschaft und Nähe zur Stadt Zadar. Eine feste Überquerung in Form einer mehr als 300 Meter langen Brücke existiert seit den späten 60er Jahren und verbindet den Süden der Insel mit dem Festland.
Landschaftlich gesehen, präsentiert sich Pag als äußerst vielseitige Insel, wobei der Mensch auf einige der Besonderheiten durchaus Einfluss genommen hat. So wurden beispielsweise im Osten der Insel während der Regierung durch die Venezianer zahlreiche Bäume abgeholzt. In Kombination mit dem Wind Bora führte dies zu einer relativ kahlen Ostküste, wohingegen die Vegetation auf der Westseite der Insel üppig und reichhaltig ausfällt. Berge, Karstgestein und gründe Flächen wechseln sich auf der Insel ab.
Auf der Insel Pag herrscht ein überaus mildes Klima vor, das zwischen Sommer und Winter keine allzu großen Unterschiede in Bezug auf die Temperaturen entstehen lässt. Während die maximalen Temperaturen in den heißesten Sommermonaten Juli und August prinzipiell nicht über die Marke von 28°C steigen, kann es in den Wintermonaten sogar noch bis zu 13°C warm werden. Die minimalen Temperaturen im Winter sinken dagegen nicht unter die Grenze von fünf Grad Celsius. Auch hinsichtlich der Sonnenstunden ist Pag reich gesegnet. Im Sommer können Besucher und Einwohner mit durchschnittlich elf Sonnenstunden am Tag rechnen, wobei die Regentage sich auf ein Minimum von durchschnittlich drei Tagen pro Monat minimieren. Auch in den Wintermonaten sind mit durchschnittlich 13 Regentagen noch genug Sonnenstunden vorhanden. Die Wassertemperatur der Adria ist in Bezug auf die Insel Pag ein wenig abhängig davon, ob die Temperaturen auf der West- oder der Ostseite der Insel gemessen werden. Durchschnittlich liegen sie allerdings in den Sommermonaten oberhalb der Grenze von 20°C und bieten so ein optimales Badeerlebnis gepaart mit einer erfrischenden Abkühlung.

Flora und Fauna auf Pag

Olivenbaum in Pag © LianeM - Fotolia.com

Olivenbaum in Pag © LianeM – Fotolia.com

Auf der Insel Pag finden sich in erster Linie mediterrane Gewächse: Steineichen, Pinien, Schilf und Olivenbäume, die durchaus bis zu 1.000 Jahre alt werden können und für die Herstellung von überaus hochwertigem Olivenöl genutzt werden. Etwas überraschend mag auf die meisten Besucher vermutlich das erhöhte Vorkommen von Bambus auf der Insel wirken, da dies oftmals vornehmlich im asiatischen Raum verortet wird. Aleppo-Kiefern und zahlreiche wildwachsende Kräuter wie beispielsweise Salbei und Thymian kommen außerdem in großen Mengen auf der Insel vor.
Abgesehen davon mag die Insel Pag auf den ersten Blick etwas karg wirken, was unter anderem auch daran liegt, dass die wenigen kurzen Pflanzen wie etwa die Wildkräuter radikal von den Schafen, die auf der Insel gehalten werden, abgegrast werden. Der Grund für diese spärliche Vegetation ist, wie bereits erwähnt, der Raubbau an der Natur, den die Venezianer betrieben haben, um Holz für ihre großen Schiffe zu produzieren. Aufgrund der Kombination mit den teilweise doch recht starken Winden, die über die Insel blasen können, wird das Wachstum neuer Pflanzen und Bäume relativ stark behindert. Fruchtbare Gebiete gibt es auf der Insel aber durchaus und auch der Wein- und Gemüseanbau werden durch das milde Klima begünstigt.

Wirtschaft

Heutzutage lebt Pag in erster Linie vom Tourismus, ist allerdings auch für die Fischerei sowie die Produktion von hochwertigem Schafskäse, Olivenöl und Weinen bekannt. Der Schafskäse mit dem Namen Paški sir beispielsweise überzeugt durch einen einnehmenden und extravaganten Geschmack, der von der Ernährung der Schafe mit einem hohen Anteil an Wildkräutern herrührt. Auch die Meersalzgewinnung ist ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor auf der Insel, tritt jedoch in der letzten Zeit hinter dem Tourismus immer weiter zurück. Dieser hatte in den 90er Jahren aufgrund der Folgen des Kroatienkrieges einen herben Rückschlag erlitten, konnte sich seitdem aber wieder vollends erholen und sogar noch ausgebaut werden.

Ortschaften und Sehenswürdigkeiten

Auf Pag existieren viele größere und kleinere Ortschaften, die jeweils ihren ganz eigenen Charme versprühen sowie mit originellen Sehenswürdigkeiten oder anderen Entdeckungen Touristen und Besucher anlocken. Die kleine Ortschaft Lun im Norden der Insel beispielsweise ist vor allem wegen der Produktion von hochwertigem Olivenöl bekannt. Dort können Besucher sich Spaziergängen in ausufernden Olivenhainen widmen und einen Abstecher in die kleine Fabrik unternehmen sowie eine Verkostung des schmackhaften Olivenöls unternehmen.

Der Hafen von Pag © dziewul - Fotolia.com

Der Hafen von Pag © dziewul – Fotolia.com

Die Hauptstadt der Insel, Pag, verfügt über knapp 4.000 Einwohner und bildet das touristische und kulturelle Zentrum der Insel. Rund zwanzig Kilometer feiner Kieselstrände, die Ausgangspunkt für ausgedehnte Badeausflüge sein können, erstrecken sich rund um die Stadt. Prosika und Basaca sind nur zwei der populärsten Strandabschnitte von Einheimischen und Touristen, die sich wiederum in jeweils kleinere Abschnitte unterteilen. Doch auch aus kultureller Sicht hat Pag einiges zu bieten. Insbesondere die Kirche St. Jurai, die im 15. Jahrhundert entstand und ein wichtiges Denkmal für sakrale Kirchenbaukunst ist, liegt bei kulturell interessierten Besuchern hoch im Kurs. Die Räume der Kirche werden oft für Konzerte, verschiedene Ausstellungen und natürlich Gottesdienste genutzt. Der Fürstenpalast auf dem Stadtplatz sowie der Skrivanat Turm und die Altstadt bilden weitere spannende Sehenswürdigkeiten. Davon abgesehen überzeugt Pag allerdings auch mit einem großen Angebot an verschiedenen Restaurants, Bars, Cafés sowie einem Markt, auf dem auch die geklöppelten Spitzen, eines der traditionsreichen Kulturgüter der Insel Pag, angeboten werden.
Novalja ist der zweitgrößte Ort auf der Insel und befindet sich dort im nördlichen Teil. Mehr als 3.000 Einwohner leben dort und gerade innerhalb der Saison wimmelt es in der kleinen Stadt nur so von Touristen. Insbesondere junge Reisende, die Lust am Tanzen und Feiern haben, fühlen sich in der kleinen Partymetropole auf der Insel wohl, dabei wird allerdings darauf geachtet, dass die Feiern nicht allzu stark ausufern. Denn auch für anderweitig interessierte Besucher hat Pag einiges zu bieten. Rund um die Stadt existieren verschiedene Sehenswürdigkeit, wie beispielsweise eine Fundstätte von antiken Amphoren oder ein römisches Aquädukt.
Für all diejenigen, die im Urlaub vom Feiern nicht genug bekommen können, soll an dieser Stelle der sogenannte Partystrand Zrce in der Nähe von Novalje empfohlen werden. Tagsüber können dort verschiedene Sport- und Freizeitangebote genutzt werden, während es nach 16 Uhr bereits mit den ersten Beach Partys losgeht. Anschließend wird bis in die Nacht gefeiert und in den vielen großen und kleinen Bars am Strand legen sowohl nationale wie auch internationale DJs auf.