Korčula

Blick auf die Insel Korčula © Dario Bajurin - Fotolia.com

Blick auf die Insel Korčula © Dario Bajurin – Fotolia.com

Flächenmäßig betrachtet, steht die kroatische Insel Korčula an sechster Stelle auf der Liste aller kroatischen Inseln. Hinsichtlich der Bevölkerungszahlen kann sich die auch bei Touristen aus aller Welt überaus populäre Insel sogar den zweiten Platz sichern. Nur auf Krk gibt es noch mehr Einwohner auf einer kroatischen Insel. Aber wer Korčula einmal genauer unter die Lupe nimmt, wird schnell verstehen, was diese wundervolle grüne Insel so besonders macht: Es ist die perfekte Mischung aus saftiger Natur und atemberaubenden Landschaften, gepaart mit idyllischen Panoramastränden sowie jeder Menge kulturellen Angeboten und Sehenswürdigkeiten an allen Ecken und Enden. In punkto Vielfalt macht Korčula keine andere kroatische Insel so schnell etwas nach.

Zahlen und Fakten

Staat: Kroatien
Gespanschaft: Dubrovnik-Neretva
Einwohnerzahl: ca. 16.000
Fläche: ca. 270 km²
Größte Ortschaft: Korčula
Küstenlänge: ca. 190 km

Lage, Geografie und Klima

Die Insel Korčula ist nach ihren dunklen Kiefernwäldern benannt worden und ihr Name könnte ins Deutsche etwa mit „Schwarzes Korfu“ übersetzt werden. Korčula liegt vor der Küste Süddalmatiens und gehört in die Gespanschaft Dubrovnik-Neretva. Mit einer Fläche von rund 270 Quadratkilometern zählt sie zu den größeren kroatischen Inseln und bietet dementsprechend die optimalen Voraussetzungen für eine umfangreiche Besiedelung durch Einheimische und Touristen. Korčula ist an der längsten Stelle ungefähr 46 Kilometer lang und bis zu beinahe acht Kilometer breit. Es gibt kleinere Berge und Hügel auf Korčula, die höchsten Erhebungen sind Klupca und Hom mit jeweils etwas mehr als 500 Metern.

Blaue Lagune vor der Küste Korčulas © Evgeniya Moroz - Fotolia.com

Blaue Lagune vor der Küste Korčulas © Evgeniya Moroz – Fotolia.com

An der östlichen Seite der Insel ist das Festland nur etwas mehr als einen Kilometer entfernt. Die gesamte Küste ist umgeben von vielen kleineren Inseln, Eilanden und Felsen. Die meisten der Häfen auf Korčula verteilen sich über die Nordküste, da sie dort vor den heftigen Winden geschützt sind, die teilweise über die kroatische Adria hinwegbrausen können. Die Südküste hingegen ragt relativ steil ins Meer hinein. Hänge und Hügel konzentrieren sich hier, allerdings gibt es auch viele kleine und romantische Buchten, die zu Land und zu Wasser erreicht werden können.
Das Klima auf Korčula ist milder als in vielen anderen Regionen an der kroatischen Küste. Weniger extreme Hitzewellen halten sich über der Insel und selbst wenn die Temperaturen doch einmal steigen, lässt sich immer der eine oder andere feine oder auch kräftige Wind wahrnehmen, der Abkühlung verspricht. In den Sommermonaten pendeln sich die Durchschnittstemperaturen zwar durchaus bei 28 Grad Celsius ein, dafür sinken sie im Winter für gewöhnlich nicht unterhalb einer Marke von fünf Grad Celsius. Auch die Regentage verteilen sich relativ gnädig, wobei sie vor allem im Winter aufzuspüren sind. Im Sommer gibt es dafür allerdings auch bis zu elf Sonnenstunden am Tag, in den etwas dunkleren Wintermonaten aber immerhin ebenfalls noch vier bis fünf pro Tag. Die Wassertemperatur der Adria sinkt für gewöhnlich nicht unterhalb von 13 Grad Celsius. Im Sommer können Temperaturen von bis zu 25 Grad Celsius gemessen werden. Insgesamt lassen sich auf Korčula rund 300 Sonnentage im Jahr feststellen.

Flora und Fauna auf Korčula

Korčula ist als die grüne Insel Dalmatiens bekannt und unterscheidet sich von vielen anderen Inseln durch die starke Begrünung. Auf Korčula gibt es weitaus weniger Karstgestein als auf anderen Inseln und der Boden ist insgesamt ertragreicher und fruchtbarer. Dementsprechend können nicht nur die wildwüchsigen Pflanzen sich dort gut zurechtfinden, sondern auch verschiedene Plantagen blühen regelrecht auf. Ein Beispiel hierfür sind die großen Anlagen, in denen Zitrusfrüchte aufgezogen werden. Doch auch Palmen, Granatapfelbäume, Mandelbäume und Feigenbäume finden sich in der reichhaltigen Flora von Korčula wieder. Gerade für Genießer, die sich gern mit einheimischen Früchten verwöhnen, haben die weitläufigen Haine von Korčula viel zu bieten.
Doch auch die wildwüchsigen Pflanzen, wie etwa die Macchia, welche die Nase von Touristen und Einwohnern wohlig umschmeichelt oder auch die ansehnlichen und kräftig satten Kiefern, Zypressen und Pinien, die sich vor allem in den hügeligen Gebieten von Korčula antreffen lassen. Wer die Flora von Korčula betrachtet, kann dort stets auch einen Hauch Exotik feststellen – eine ansprechende Mischung aus mediterranem Flair und außergewöhnlicher Mixturen, die verzaubern und zu betören wissen.
Auch die Tierwelt auf Korčula ist besonders reichhaltig – zahlreiche Singvögel leben in den grünen Wäldern und lassen sich von verschiedenen Posten aus gut beobachten. Der Mungo und auch der sogenannte Goldschakal sind zwei mittlerweile recht seltene Tiere, die auf Korčula noch in freier Wildbahn anzutreffen sind. Dasselbe gilt für eine Vielzahl von Hasen, Wildschweinen und teilweise sogar Hirschsorten. Im Wasser der Adria lassen sich außerdem zahlreiche verschiedene Fisch- und Krebsarten entdecken.

Wirtschaft

Während es in den letzten Jahrhunderten vorwiegend das Züchten und Ernten von Zitrusfrüchten und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen war, das die Bewohner Korčulas auf der Insel hielt, sind es mittlerweile in erster Linie die Touristen aus aller Welt. Korčula ist nicht nur wegen der üppigen Begrünung eine der populärsten Inseln Kroatiens und unter fremden wie einheimischen Touristen gleichermaßen beliebt.
Darüber hinaus haben in der Vergangenheit auch der Schiffsbau sowie das Steinmetzhandwerk eine bedeutende Rolle bei der Versorgung der Bewohner Korčulas gespielt. Auch diese beiden Tendenzen sind mittlerweile stark rückläufig. Die meisten der ganzjährig auf Korčula lebenden Einwohner haben beruflich mittlerweile etwas mit Touristen zu tun oder sind in klassisch-durchschnittlichen Berufen beheimatet.

Ortschaften und Sehenswürdigkeiten

Markuskirche in Korčula © sitriel - Fotolia.com

Markuskirche in Korčula © sitriel – Fotolia.com

Die Insel Korčula ist mit verschiedenen Sehenswürdigkeiten und bemerkenswerten kleineren und größeren Ortschaften besonders reichhaltig ausgestattet. Nicht umsonst gilt sie nach Dubrovnik als eine der Orte, an denen sich die bewegte Geschichte Kroatiens ablesen sowie die kulturellen Güter einer stolzen und interessanten Nation verdeutlichen lassen.
An erster Stelle ist hierbei selbstverständlich die Stadt Korčula zu nennen, welche die Hauptstadt und das Regierungszentrum von Korčula bildet. Die Stadt Korčula verfügt über mehr als 5.000 Einwohner und ist im südöstlichen Teil der Insel beheimatet. Korčula gilt als eine der mittelalterlichen Städte Kroatiens, die bis heute am besten erhalten geblieben sind. Eine alte Stadtmauer sowie ein barock gestalteter Vorort lassen nicht nur die Herzen von architektonisch interessierten Kunstfreunden höher schlagen, sondern versetzen auch jeden gewöhnlichen Spaziergänger in eine Zeit zurück, die durch ein gänzlich anderes Temperament geprägt war. Neben den klassischen Einrichtungen und Institutionen, die sich in Korčula finden lassen, sind es vor allem die vielen historischen Gebäude, die von großer sakraler und profaner Baukunst zeugen. Ein Beispiel hierfür ist die Markuskirche, die nicht nur selbst zu beeindrucken weiß, sondern in sich noch eines der berühmtesten Altarblätter des Malers Jacopo Tintoretto beherbergt. Darüber hinaus lassen sich in Korčula viele barocke Gebäude entdecken und auch die verschiedenen kleinen Vororte rund um Korčula bieten ähnliche Anreize. Weiterhin besagen einige Legenden, dass im Zentrum von Korčula auch das Geburtshaus des berühmten Entdeckers Marco Polo zu finden ist, jedoch sind diese Berichte und Angaben keineswegs belegt.

Auch wenn Blato im Vergleich zur Stadt Korčula eher nur ein kleines Dorf ist, hat die zentral positionierte Ortschaft mit ihren etwas mehr als 3.000 Einwohnern einiges zu bieten. Auch wenn die Einwohnerzahl nicht sehr weit hinter der von Korčula Stadt liegt, lässt Blato sich auf den ersten Blick anmerken, dass der Tourismus zwar groß geschrieben, die ursprüngliche Natürlichkeit der Stadt allerdings noch stärker erhalten geblieben ist. In Blato geht es etwas ruhiger zu, auch wenn der Grad der Möglichkeiten den geschichtlichen Teil der Stadt zu entdecken, unwahrscheinlich groß ist. In Blato stehen noch letzte Überreste, die von der Zeit der Besiedelung durch die Römer stammen, auch verschiedene Kirchen und Kapellen ziehen Touristen aus aller Welt in ihren Bann. Ein Beispiel hierfür ist die Pfarrkirche Allerheiligen, die sich in der alten Ortsmitte von Blato befindet. Verschiedene Baumaßnahmen aus unterschiedlichen Epochen lassen sich dort entdecken, eine große Prozession, die in einem Tanz namens Kumpanija endet, begibt sich jedes Jahr durch den Ortskern und landet dann abschließend bei dem beeindruckenden Zeugnis sakraler Baukunst.
Korčula ist allerdings nicht nur für spannende und historisch überaus gehaltvolle Städte, Gemeinden und Ortschaften bekannt, zu denen beispielsweise auch Vela Luka, Brna, Lumbarda, Cara und Zavalatica gehören, sondern auch für seine atemberaubenden Strände und Buchten, von denen einige bis heute sogar bei den Einheimischen noch als Geheimtipps gelten. In Lumbarda beispielsweise, einer kleinen Ortschaft, die sich vor allem für Erholungssuchende anbietet, gibt es die beiden Strände Bili Zal und Vela Przina, die dank ihres atemberaubenden Panoramaausblicks auf die Berge und Inseln der Adriaküste zu bezaubern wissen. Doch auch kleinere Buchten lassen sich vor allem an der Westküste der Insel entdecken – wer etwas Glück mitbringt, kann dort einen paradiesischen Fleckchen Erde ganz für sich allein entdecken und die Ruhe und Abgeschiedenheit sowie das phantastische Badeerlebnis im azurblauen Meer genießen.